Auto
Autoversicherung ohne Ballast.
Die Haftpflicht ist Pflicht, alles andere ist eine Rechnung. Hier steht, welche Deckung sich wann lohnt – und wann du sie aus Gewohnheit zu lange bezahlst.
Stand: September 2026 · Geprüft von Rinor Zukaj, Zuriva
15 Minuten · gratis · unverbindlich

Diese Seite von Zuriva GmbH, unabhängiger Versicherungsbroker in Neuenhof AG, erklärt die Schweizer Autoversicherung: die obligatorische Motorfahrzeug-Haftpflicht, die Teilkasko, die Vollkasko, den Bonusschutz und die Wahl des Selbstbehalts. Zuriva prüft bestehende Policen, achtet auf die Kündigungsfrist und übernimmt auf Wunsch den Wechsel.
Fristen
Der Fahrplan bis zum Wechsel
Vier Monate vorher
Police hervornehmen und nachsehen, wann das Vertragsjahr endet und wie lang die Frist ist. Die meisten Verträge verlangen drei Monate – der genaue Wert steht bei dir.
Drei Monate vorher
Die Kündigung muss bei der Gesellschaft angekommen sein. Verpasst du das, verlängert sich der Vertrag in der Regel still um ein ganzes Jahr.
Zum Ablauf
Der neue Vertrag beginnt nahtlos. Ohne gültige Haftpflicht meldet die Versicherung dem Strassenverkehrsamt – und die Nummernschilder sind weg.
Deckung
Die drei Stufen
| Stufe | Was gedeckt ist | Für wen |
|---|---|---|
| Haftpflicht | Obligatorisch. Zahlt Schäden, die du anderen zufügst – Personen, Fahrzeuge, Sachen. | Alle. Ohne sie gibt es keine Nummernschilder. |
| Teilkasko | Diebstahl, Glasbruch, Marderbiss, Hagel, Elementarschäden und Kollisionen mit Tieren. | Fast alle. Sie kostet wenig und deckt das, was du nicht verhindern kannst. |
| Vollkasko | Zusätzlich die Schäden an deinem eigenen Auto, die du selbst verursachst. | Neuwagen und Leasing – bei Leasing meist ohnehin Pflicht. |
Restwert
Wann die Vollkasko aufhört, sich zu lohnen
Im Mittelfeld reicht meist Haftpflicht plus Teilkasko. Ab etwa acht bis zehn Jahren fahren viele nur noch damit – aber entscheidend ist der Restwert, nicht das Alter allein. Bei einem gepflegten Fahrzeug mit hohem Wiederverkaufswert kann sich die Vollkasko länger lohnen, bei einem günstigen Gebrauchtwagen schon nach fünf Jahren nicht mehr.
Die Frage dahinter ist nicht «wie alt ist das Auto», sondern: Würde ein Totalschaden dich finanziell wirklich treffen? Solange die Antwort ja lautet, ist die Vollkasko sinnvoll. Sobald du den Wagen zur Not aus dem Ersparten ersetzen könntest, zahlst du für eine Sicherheit, die du nicht mehr brauchst.
Bei Leasing stellt sich die Frage gar nicht: Dort verlangt der Leasinggeber die Vollkasko über die ganze Laufzeit. Das gehört zur Kalkulation eines Leasings – und ist einer der Gründe, warum es teurer ist, als der Monatsbetrag vermuten lässt.
Brauchst du die Vollkasko noch?
Zwei Zahlen entscheiden – nicht das Baujahr.
Ist das Fahrzeug geleast?
CHF 14'000
Eintauschwert oder Verkaufspreis – ein Blick auf ein Occasionsportal genügt.
CHF 5'000
Ohne dass es eng wird – nicht, was theoretisch auf dem Konto liegt.
Ergebnis
Die Vollkasko trägt noch etwas
Bei einem Totalschaden fehlten dir rund CHF 9'000. Diese Lücke ist der Grund, warum sich die Vollkasko noch lohnt.
- Heutiger Wert
- CHF 14'000
- Selbst tragbar
- CHF 5'000
- Lücke im Totalschaden
- CHF 9'000
Eine Richtung, keine Offerte. Ob sich ein Wechsel lohnt, hängt zusätzlich an Selbstbehalt, Bonusschutz und Grobfahrlässigkeit – das schauen wir zusammen an.
Stellschrauben
Wo die Prämie wirklich herkommt
Der Selbstbehalt ist der stärkste Hebel: Wer ihn erhöht, senkt die Prämie spürbar. Die Rechnung ist einfach – die Differenz über fünf Jahre gegen den einmaligen Mehrbetrag im Schadenfall. Wer selten einen Schaden meldet, gewinnt fast immer.
Der Bonusschutz verhindert, dass die Prämienstufe nach einem Schaden steigt. Er kostet jedes Jahr Geld und lohnt sich vor allem dort, wo die Stufe noch hoch ist. Wer bereits ganz unten steht, zahlt für einen Schutz, der wenig schützt.
Grobfahrlässigkeit ist der Punkt, an dem viele Policen leise kürzen: zu schnell, abgelenkt, übermüdet. Der Verzicht auf diese Kürzung ist meist ein kleiner Zuschlag – und der Unterschied zwischen einem gedeckten und einem halb gedeckten Schaden.
Der Parkschaden ist eine eigene Zusatzdeckung. Wer den Wagen täglich im Quartier parkiert, holt sie schneller heraus als jemand mit Garage.

Schadenfall
Wenn es gekracht hat
Am Unfallort zählt nur eines: dokumentieren. Fotos von beiden Fahrzeugen, von der Stellung auf der Strasse, von den Kennzeichen. Der europäische Unfallbericht wird ausgefüllt und von beiden unterschrieben – er ist keine Schuldanerkennung, sondern eine Sachverhaltsaufnahme. Bei Personenschaden oder Streit über den Hergang gehört die Polizei dazu.
Danach kommt die Rechnung, die selten jemand vorher macht: Lohnt es sich überhaupt, den Schaden zu melden? Ein selbstverschuldeter Schaden hebt die Prämienstufe, und zwar für mehrere Jahre. Bei kleineren Beträgen kann Selberzahlen günstiger sein als die Meldung – das lässt sich vorher ausrechnen, und wir rechnen es aus.
Und nach einem Schadenfall hast du in der Regel ein ausserordentliches Kündigungsrecht. Das ist der Moment, in dem sich ein Vergleich am meisten lohnt: Die neue Gesellschaft stuft dich unter Umständen anders ein als die alte, die den Schaden gerade erlebt hat.
Werkzeug
Melden oder selbst zahlen? Rechne es durch.
Was kostet dich der Schaden wirklich?
Alle Angaben bleiben in deinem Browser.
Was ist beschädigt?
Schäden an anderen Fahrzeugen, Personen oder Sachen laufen über die Haftpflicht und müssen gemeldet werden.
CHF 2'500
Dein Selbstbehalt in der Kasko
Steht in deiner Police.
CHF 300
Kennst du nicht? Frag die Gesellschaft – oder uns, wir fragen für dich.
3 Jahre
Bis die Prämienstufe wieder dort ist, wo sie vorher war.
Ergebnis
Melden lohnt sich
Die Meldung kostet dich rund CHF 1'900 und spart CHF 600.
- Reparatur selbst zahlen
- CHF 2'500
- Selbstbehalt
- CHF 1'000
- Aufschlag über 3 Jahre
- CHF 900
- Melden kostet zusammen
- CHF 1'900
Merke dir die Schwelle: Bei deinen Werten lohnt sich eine Meldung erst ab rund CHF 1'900 Reparaturkosten. Darunter zahlst du besser selbst.
Der Aufschlag ist deine Schätzung, keine Auskunft der Gesellschaft. Bevor du entscheidest, hol die konkrete Zahl – das übernehmen wir, wenn du willst.
Merksatz: Nicht jeder Schaden gehört gemeldet. Rechne den Prämienaufschlag über die nächsten Jahre gegen den Reparaturbetrag – unter dieser Schwelle ist Selberzahlen günstiger.
Wechsel
Was beim Fahrzeugwechsel passiert
Die Police läuft auf das Fahrzeug, nicht auf den Vertrag: Beim Wechsel wird sie übertragen, nicht neu abgeschlossen. Das ist bequem – und genau deshalb der Moment, in dem am längsten nichts überprüft wird. Ein anderer Wagen bedeutet fast immer eine andere sinnvolle Deckung: Wer vom zwölfjährigen Kombi auf einen Neuwagen wechselt, braucht plötzlich die Vollkasko, die er zehn Jahre lang nicht brauchte.
Wer vorübergehend kein Auto hat, sollte die Schilder beim Strassenverkehrsamt hinterlegen statt die Versicherung zu kündigen. Die Police ruht dann, und die Prämienstufe bleibt erhalten. Wer stattdessen kündigt und Jahre später neu abschliesst, fängt unter Umständen wieder weiter oben an – ein Fehler, der sich über Jahre auszahlt, aber in die falsche Richtung.
Beim Occasionskauf gehört ein Blick auf die Schadenhistorie dazu. Und beim Verkauf: Der Vertrag geht nicht automatisch auf die Käuferin über. Melden Sie den Halterwechsel, sonst haften Sie unter Umständen für ein Fahrzeug, das längst jemand anderem gehört.
Ablauf
Der Wechsel in fünf Schritten
- 01
Frist und Ablaufdatum nachsehen.
Beides steht auf der Police. Ohne diese zwei Daten ist alles andere Theorie.
- 02
Die Deckung festlegen, bevor du Preise anschaust.
Restwert, Leasing, Fahrverhalten, Parkplatz. Wer mit dem Preis anfängt, vergleicht am Ende drei verschiedene Produkte.
- 03
Offerten mit denselben Angaben einholen.
Gleicher Selbstbehalt, gleiche Zusatzdeckungen, gleiche Kilometerleistung. Sonst vergleichst du Prämien, die nichts miteinander zu tun haben.
- 04
Neu abschliessen, dann kündigen.
In dieser Reihenfolge. Eine Lücke bei der Haftpflicht bedeutet, dass die Nummernschilder eingezogen werden.
- 05
Bestätigungen ablegen.
Kündigungsbestätigung der alten Gesellschaft, Police der neuen. Erst dann ist der Wechsel erledigt.
Die häufigsten Fehler
Mach das
- Die Police anschauen, bevor die drei Monate abgelaufen sind
- Die Kilometerangabe ehrlich halten – bei einer Abweichung kürzt die Versicherung
- Junge Fahrerinnen und Fahrer korrekt deklarieren, auch wenn sie nur gelegentlich fahren
Lass das
- Die Vollkasko auf dem zwölfjährigen Auto aus Gewohnheit weiterzahlen
- Nach einem Schaden einfach schweigen und die höhere Prämie hinnehmen
- Wegen ein paar Franken wechseln und dabei die Grobfahrlässigkeits-Deckung verlieren
Was Zuriva hier für dich tut
- Wir schauen zuerst auf den Restwert deines Autos und erst dann auf die Offerten – die Deckungsfrage kommt vor der Preisfrage.
- Wir merken uns deine Kündigungsfrist, damit sich der Vertrag nicht still um ein Jahr verlängert.
- Wir übernehmen Kündigung, Anmeldung und den Papierkram mit dem Strassenverkehrsamt.
15 Minuten · gratis · unverbindlich
Wie wir dabei verdienen, steht offen auf unserer Vergütungsseite.
Und wenn mehr ansteht als das Auto: Wir schauen deine ganze Situation an – nach Lebensphase, nicht nach Produkt.
Häufige Fragen
Was Leute zur Auto fragen.
Meistens drei Monate vor Ablauf des Vertragsjahres. Der genaue Wert steht in deiner Police – manche Gesellschaften verlangen weniger. Wird die Frist verpasst, verlängert sich der Vertrag in der Regel still um ein weiteres Jahr.