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Prämienrunde 2027: Was Ende September passiert – und was du dann tun solltest.

Einmal im Jahr entscheidet ein Brief, was du zwölf Monate lang zahlst. Er kommt im Oktober, und danach bleiben acht Wochen. Hier steht, was in dieser Zeit passieren muss.

5. September 2026Von Rinor Zukaj, Zuriva6 Min.
Geöffneter Brief und Tasse auf einem Küchentisch am Abend

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Bundesamt für Gesundheit gibt die Prämien für 2027 Ende September 2026 bekannt. Vorher gibt es nur Prognosen.
  • Comparis rechnete im Sommer 2026 mit rund 3,7 Prozent Anstieg im Mittel, das BAG mit 4,5 bis 5 Prozent (Stand August 2026).
  • Der Durchschnitt sagt über deine Prämie fast nichts: Sie hängt an Kanton, Prämienregion, Alter, Modell und Franchise.
  • Die Kündigung der Grundversicherung muss bis zum 30. November bei der bisherigen Kasse angekommen sein – nicht abgeschickt, angekommen.
  • Die Zusatzversicherung nie kündigen, bevor die neue Kasse dich schriftlich und vorbehaltlos aufgenommen hat.

Dieser Beitrag von Zuriva GmbH, unabhängiger Versicherungsbroker in Neuenhof AG, ordnet die Schweizer Prämienrunde für das Jahr 2027 ein: die Bekanntgabe der Prämien durch das Bundesamt für Gesundheit Ende September 2026, die Prognosen von Comparis und BAG, die Kündigungsfrist der Grundversicherung per 30. November und die Wahl von Modell und Franchise.

Der Fahrplan

Vier Daten, und dazwischen wird es eng

Ende September

Das BAG veröffentlicht die genehmigten Prämien für das kommende Jahr. Ab diesem Tag lässt sich rechnen statt schätzen.

Im Oktober

Deine Kasse schickt dir die neue Police. Gesetzlich muss sie mindestens zwei Monate vor Inkrafttreten bei dir sein.

30. November

Letzter Tag für die Kündigung der Grundversicherung. Massgebend ist der Eingang bei der alten Kasse, nicht der Poststempel.

1. Januar

Die neue Grundversicherung startet. Versicherungsfrei bist du nie – die alte läuft, bis die neue übernimmt.

Prognosen

Was vor der Bekanntgabe bekannt ist

Bis das BAG die Zahlen veröffentlicht, kursieren Schätzungen – und sie gehen auseinander. Comparis rechnete im Sommer 2026 mit einem mittleren Anstieg von rund 3,7 Prozent für 2027. Das Bundesamt für Gesundheit selbst kalkulierte mit 4,5 bis 5 Prozent und hielt die tiefere Prognose für zu optimistisch. Beides ist Stand August 2026 und beides kann sich mit der Genehmigung noch verschieben.

Der Grund für den Anstieg ist kein Geheimnis: Die Gesundheitskosten sind 2025 um gut 5 Prozent gewachsen, besonders stark bei Psychotherapie, Pflege und Ergotherapie. Dazu kommen Leistungen, die neu über die Grundversicherung laufen. Wer mehr bezahlt bekommt, muss mehr einnehmen – so einfach und so unangenehm ist die Rechnung.

Was du mit diesen Zahlen anfangen kannst: wenig. Sie taugen für die Nachrichten, nicht für deine Entscheidung. Warte die Publikation ab und rechne dann mit deinen eigenen Werten – das dauert eine halbe Stunde und ist die einzige Zahl, die für dich gilt.

Merksatz: Der Durchschnitt ist eine Zahl für die Tagesschau. Deine Prämie hängt an deinem Kanton, deiner Prämienregion, deinem Alter, deinem Modell und deiner Franchise – fünf Grössen, von denen der Durchschnitt keine kennt.

Deine Zahl

Warum zwei Nachbarn verschieden viel zahlen

Die Grundversicherung ist per Gesetz bei jeder Kasse dieselbe: gleiche Leistungen beim Arzt, im Spital, bei Medikamenten. Was sich unterscheidet, ist allein der Preis – und der wird je Kasse, Kanton und Prämienregion festgelegt. Zwei Menschen in derselben Strasse können bei derselben Kasse unterschiedlich viel zahlen, wenn einer eine andere Altersklasse hat.

Dazu kommen zwei Stellschrauben, die dir gehören: das Modell und die Franchise. Ein Sparmodell – Hausarzt, HMO, Telmed – kostet weniger, verlangt dafür eine Regel, an die du dich halten musst. Die Franchise verschiebt Geld zwischen Prämie und Selbstbehalt: hoch heisst tiefe Prämie und höheres Risiko, tief heisst umgekehrt.

Genau deshalb bringt es wenig, im Oktober auf die Prozentzahl in der Zeitung zu schauen. Zwei Klicks weiter unten steht, wie du deine eigene Rechnung machst.

Franchise

Die Stellschraube, die am meisten bewegt

Die Franchise ist der Betrag, den du pro Jahr selbst zahlst, bevor die Kasse übernimmt. Erwachsene wählen zwischen 300 und 2'500 Franken. Wer übers Jahr kaum Gesundheitskosten hat, fährt mit der höchsten fast immer besser; wer regelmässig Medikamente oder Therapien braucht, mit der tiefsten. Die Zwischenstufen lohnen sich selten.

Wichtig dabei: Nach der Franchise kommen zehn Prozent Selbstbehalt dazu, höchstens 700 Franken pro Jahr. Und die Franchise erhöhen kannst du jederzeit auf den nächsten Jahresbeginn – senken nur mit derselben Frist wie der Kassenwechsel.

Wie viel zahlst du selbst pro Jahr?

Arzt, Medikamente, Therapien – dein Bauchgefühl reicht.

CHF 300

CHF 0CHF 3'000+

Tendenz: höchste Franchise (2'500). Deine Prämienersparnis dürfte das Risiko klar übersteigen – wenn du 2'500 Franken im Ernstfall zahlen kannst.

Denk daran: Nach der Franchise kommen 10% Selbstbehalt dazu, maximal 700 Franken pro Jahr.

Ablauf

Was du tust, sobald die Prämien da sind

  1. 01

    Die neue Police lesen, nicht nur den Betrag.

    Modell, Franchise, Unfalldeckung, Zusatzversicherungen – auf dem Blatt steht mehr als die Zahl unten rechts. Wer nur die Zahl anschaut, übersieht, dass sich auch das Modell geändert haben kann.

  2. 02

    Mit deinen echten Werten vergleichen.

    Deine Prämienregion, dein Alter, dein Modell, deine Franchise. Nicht mit den Beispielwerten aus der Werbung – die gelten für jemand anderen.

  3. 03

    Modell und Franchise nach deinem Verhalten wählen.

    Nicht nach dem grössten Rabatt. Ein Telmed-Modell spart nichts, wenn du dann doch direkt zum Arzt gehst – im Gegenteil, die Kasse darf kürzen.

  4. 04

    Zuerst die neue Kasse beantragen.

    In der Grundversicherung muss dich jede nehmen, ohne Gesundheitsfragen. In der Zusatzversicherung nicht – dort gibt es Prüfungen, Vorbehalte und Ablehnungen. Erst beantragen, Antwort abwarten, dann kündigen.

  5. 05

    Eingeschrieben kündigen, mit Reserve.

    So, dass die Kündigung vor dem 30. November dort ist. Eine Woche Puffer kostet nichts und rettet das ganze Jahr.

Die Fehler, die in dieser Zeit passieren

Mach das

  • Die Kündigung eine Woche vor der Frist eingeschrieben verschicken
  • Die Prämienverbilligung des Kantons prüfen, wenn das Budget knapp wird
  • Die Unfalldeckung ausschliessen, wenn du über den Arbeitgeber unfallversichert bist
  • Bei der Familie durchrechnen, ob sich der Aufwand für alle lohnt oder nur für einzelne

Lass das

  • Die Zusatzversicherung kündigen, bevor die neue Aufnahme schriftlich da ist
  • Wegen der Zahl in der Zeitung wechseln, ohne die eigene Rechnung zu machen
  • Auf den letzten Novembertagen anfangen – die Post braucht Zeit, die Kasse auch
  • Ein Sparmodell wählen und die Regel dann nicht einhalten

Werkzeug

Dein Kündigungsbrief. Fertig in einer Minute.

Eingeschrieben verschicken – die Kündigung muss bis 30. November bei der Kasse eintreffen. Es wird nichts gespeichert oder an uns übermittelt.

Keine Lust auf Papier? Wir erledigen den ganzen Wechsel für dich.

Vorname Name Strasse und Nummer PLZ Ort
CSS Adresse der Kasse

Ort,

Kündigung der obligatorischen Krankenpflegeversicherung per 31. Dezember 2026

Sehr geehrte Damen und Herren

Hiermit kündige ich meine obligatorische Krankenpflegeversicherung (Grundversicherung) fristgerecht per 31. Dezember 2026.

Versichertennummer:

Meine Zusatzversicherungen sind von dieser Kündigung nicht betroffen und laufen unverändert weiter.

Bitte bestätigen Sie mir die Kündigung schriftlich.

Freundliche Grüsse

Vorname Name

Oder du lässt es uns machen

  • Wir vergleichen Grund- und Zusatzversicherung zusammen, mit deinen echten Daten – nicht mit Werbebeispielen.
  • Wir übernehmen Kündigung, Anmeldung und die Fristen. Du unterschreibst, wir erledigen.
  • Wir prüfen jedes Jahr neu, ob deine Kasse noch passt. Von allein, ohne dass du im Oktober daran denken musst.
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Alles zum Wechsel steht ausführlich auf der Seite zur Krankenkasse.

Wie wir dabei verdienen, steht offen auf unserer Vergütungsseite.

Häufige Fragen

Das Bundesamt für Gesundheit gibt die genehmigten Prämien Ende September 2026 bekannt. Deine persönliche Police schickt dir die Kasse im Oktober; sie muss mindestens zwei Monate vor Inkrafttreten bei dir sein.

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